Qualitätsstandards

Der Einsatz von Hunden als Co-Therapeuten ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die oft über die Aufgabe eines Besuchshundes hinausgeht. Einmal, weil das Verhalten der Co-Therapeuten-Besuchshunde – auch wenn sie eingehend auf ihre Eignung geprüft werden – nicht jederzeit vorhersehbar ist. Zum anderen, weil wir es bei der Therapie mit geistig und/oder körperlich beeinträchtigten oder psychisch kranken Menschen zu tun haben, mit denen richtig umzugehen eine besondere Belastbarkeit und besondere Fähigkeiten der Hunde und ihrer Halter erfordert.

Aufgrund unserer im jahrelangen Besuchsdienst gesammelten Erfahrungen in Kliniken und Wohngemeinschaften hat “Leben mit Tieren e.V.” die nachstehenden Richtlinien entwickelt, die dabei helfen sollen, unsere Hundebesuche so sicher und erfolgreich wie möglich zu gestalten.

QUALITÄTSSTANDARDS

DES VEREINS LEBEN MIT TIEREN E. V. FÜR DEN BESUCHSDIENST in sozialen EINRICHTUNGEN

Der Verein Leben mit Tieren e.V. bietet einen Hundebesuchsdienst in sozialen Einrichtungen nach den folgenden Richtlinien an:

1 – Einführungsgespräch

Interessierte Hundebesitzer, die mit dem Büro des Vereins Kontakt aufnehmen, werden zu einem der regelmäßig stattfindenden Informationsabende eingeladen. Auf diesem Informationsabend werden die Hundebesitzer mit dem Ablauf und den Bedingungen des Besuchsdienstes vertraut gemacht und es besteht die Möglichkeit, alle auftretenden Fragen zu klären. Ebenso erhalten die Hundebesitzer vom Büro einen Fragebogen, den sie bei Interesse an der Teilnahme am Besuchsdienst ausgefüllt zurückgeben. Auch wird auf die Möglichkeit, sich auf der Homepage des Vereins www.lebenmittieren.de zu informieren, hingewiesen.

2 – Eignungstest des Mensch-Hund-Teams

Um sicherzustellen, dass der Hund mit den Situationen im Besuchsdienst aggressionsfrei umgeht und eine vertrauensvolle Bindung zum Hundebesitzer besteht, wird das Team nach einem in Zusammenarbeit mit dem Institut für Verhaltenskunde der FU-Berlin erarbeiteten Test geprüft. Diese Eignungsprüfung wird von einer Tierärztin für Verhaltenskunde durchgeführt. Der Eignungstest kostet, für aktiv im Hundebesuchsdienst tätige Mitglieder, 65,00 €. (25,00 € + 40,00 Mitgliedsjahresbeitrag). Für Nichtmitglieder erheben wir eine Gebühr von 200,00 €. Der Hundebesitzer erhält über das Testergebnis eine Bescheinigung; das Protokoll der Prüfung bleibt im Verein.

3 – Vermittlung Hundebesitzer – Einrichtung

Nach bestandenem Eignungstest werden die Hundehalter zu den Themen: v Rahmenbedingungen und Stundengestaltung im Seniorenbesuchsdienst v Rahmenbedingungen und Stundengestaltung im Kinderbesuchsdienst v Stress beim Hund – Überforderung vermeiden, den Hund schützen v Bedrohliche Situationen im Einsatz – erkennen und bewältigen, geschult und geprüft. Parallel dazu besteht die Möglichkeit, einen erfahrenen Hundebesitzer bei seinem Einsatz zu begleiten, um erste Eindrücke für den eigenen Einsatz zu erhalten. Das Büro übernimmt die Vermittlung an eine geeignete, möglichst wohnortnahe Einrichtung. Der Hundebesitzer wird bei seinem Erstbesuch von einem Mitarbeiter des Vereins begleitet. Danach besteht sowohl für den Hundebesitzer als auch für die Einrichtung eine 4-wöchige Probezeit.

4 – Durchführung des Hundebesuchs

Nach Ablauf der Probezeit besucht der Hundebesitzer regelmäßig einmal wöchentlich für eine Stunde die Einrichtung mit seinem Hund, wobei die Einrichtung sich verpflichtet, einen Mitarbeiter als ständigen Ansprechpartner bereitzustellen, der den Einsatz und die Ziele des Besuchs mit dem Hundehalter abstimmt. Bei Urlaub und längerer Erkrankung informiert der Hundebesitzer die Einrichtung und das Büro. Für seinen Einsatz erhält der Hundebesitzer vom Verein eine Aufwandsentschädigung pro durchgeführte Besuchsstunde. Die Besuche werden in einer Anwesenheitsliste abgezeichnet. Nach 6 Monaten erhält der Hundebesitzer vom Verein eine Urkunde und eine Plakette für seinen Hund, die den Hund als geprüfter Besuchshund ausweist.

5 – Alle neu im Hundebesuchsdienst

mitwirkenden Hundebesitzer treffen sich spätestens drei Monate nach Beginn ihres Einsatzes zu einem Erfahrungsaustausch (obligatorisch).

6 – Vertrag mit der Einrichtung

Der Verein Leben mit Tieren schließt mit den Einrichtungen, in denen der Hundebesuch stattfindet, einen Vertrag, in dem Bedingungen und Kosten sowie Versicherungsfragen aufgeführt sind.

7 – Hygienevorschriften

Alle Hunde im Besuchsdienst werden regelmäßig parasitologisch untersucht, im Fall einer Infektion sofort aus dem Besuchsdienst entfernt und erst, wenn die Parasiten-Freiheit nachgewiesen ist, wieder eingesetzt. Darüber hinaus liegt es in der Verantwortung der Hundehalter, nur mit gesunden Tieren in den Einsatz zu gehen.

8 – Fortbildungen

Der Verein Leben mit Tieren e.V. bietet regelmäßige Fortbildungsabende, Erfahrungsaustausch und Supervision zu verschiedenen Themen an, die für den Besuchsdienst relevant sind. Alle Hundebesitzer werden hierzu eingeladen und erhalten eine Teilnahmebescheinigung.

9 – Nachtest

Um die Belastung von Hunden, die längere Zeit im Besuchsdienst eingesetzt sind, zu prüfen, führt der Verein in Zusammenarbeit mit einer Tierärztin für Verhaltenskunde nachträgliche Prüfungen durch. Dabei werden die Hunde direkt im Einsatz begleitet und gefilmt. Die Auswertung erfolgt gemeinsam mit dem Hundebesitzer.

10 – Klärung von Fragen

Zur Klärung eventuell auftretender Fragen oder Probleme ist das Büro des Vereins täglich von 10 – 14 Uhr besetzt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Anrufbeantworter zu besprechen oder Mitglieder des Vorstandes telefonisch zu erreichen.